Informationen für die Bevölkerung
Die Feuerwehr ist ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde, dennoch gibt es viele Fragen rund um Aufgaben, Einsätze, Fahrzeuge und das Feuerwehrhaus. Auf dieser Seite beantworten wir häufig gestellte Fragen und geben Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr Sigmaringendorf. Transparenz und Information sind uns wichtig, denn die Feuerwehr ist für alle Bürgerinnen und Bürger da.
- Freiwillige Feuerwehr und Berufsfeuerwehr
- Wo liegt der Unterschied?
- Gibt es in Sigmaringendorf eine Berufsfeuerwehr?
- Aufgaben der Feuerwehr
- Was macht die Feuerwehr außer Brände löschen?
- Kosten und Einsätze
- Was kostet ein Feuerwehreinsatz?
- Wer muss einen Einsatz bezahlen?
- Kann- und Pflichtaufgaben der Feuerwehr
- Alarmierung und Einsatzablauf
- Wann wird die Feuerwehr alarmiert?
- Wie läuft ein Einsatz von der Alarmierung bis zum Einsatzende ab?
- Feuerwehrhaus und Ausstattung
- Warum wurde das Feuerwehrhaus umgebaut?
- Wofür werden die Räume und Fahrzeuge benötigt?
- Mitgliedschaft und Ehrenamt
- Wie wird man Mitglied?
- Wie viel Zeit muss man investieren?
- Wie verhalte ich mich bei Katastrophen?
- Unwetter-/Starkregen
- Längere Stromausfälle
Freiwillige- und Berufsfeuerwehren
Freiwillige Feuerwehr und Berufsfeuerwehr
Viele Menschen gehen davon aus, dass Feuerwehren grundsätzlich aus hauptberuflichen Einsatzkräften bestehen. Tatsächlich wird der Brandschutz in Deutschland überwiegend durch ehrenamtliche Feuerwehrangehörige sichergestellt. Rund 95 % aller Feuerwehrangehörigen in Deutschland leisten ihren Dienst in Freiwilligen Feuerwehren. In den meisten Städten und Gemeinden, insbesondere im ländlichen Raum, bilden sie das Rückgrat der Gefahrenabwehr.
Auch die Feuerwehr Sigmaringendorf ist eine Freiwillige Feuerwehr. Die Einsatzkräfte engagieren sich ehrenamtlich neben Beruf, Studium, Schule oder Familie und stehen rund um die Uhr für Einsätze bereit. Wird die Feuerwehr alarmiert, verlassen sie ihren Arbeitsplatz, unterbrechen ihre Freizeit oder stehen nachts auf, um Menschen in Not zu helfen.
Trotz der ehrenamtlichen Struktur gelten für Ausbildung, Ausrüstung und Einsatzabwicklung dieselben hohen Anforderungen wie bei Berufsfeuerwehren. Die Ausbildung erfolgt nach den Feuerwehr-Dienstvorschriften (FwDV) sowie den Vorgaben des Landes Baden-Württemberg. Die Alarmierung erfolgt über die Integrierte Leitstelle und die Feuerwehr muss die gesetzlichen Hilfsfristen zuverlässig einhalten.
Welche Aufgaben hat die Feuerwehr und wann entstehen Kosten?
Hier muss man zwischen sogenannten Pflichtaufgaben und weiteren Leistungen (Kann- Aufgaben) unterscheiden.
Pflichtaufgaben
Wenn Menschen in Gefahr sind oder eine akute Gefahr für die Öffentlichkeit besteht, muss die Feuerwehr helfen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Wohnungsbrand
- Verkehrsunfall
- Person in Notlage
Für solche Einsätze entstehen den Betroffenen in der Regel keine Kosten.
Beispiel:
Ihre Küche brennt und ein Nachbar wählt den Notruf. Die Feuerwehr löscht den Brand. Für diesen Einsatz erhalten Sie normalerweise keine Rechnung.
Wann können Kosten entstehen?
In einigen Fällen sieht das Feuerwehrgesetz Baden-Württemberg einen Kostenersatz vor.
Beispiele:
- Eine Brandmeldeanlage löst ohne tatsächlichen Brand aus.
- Eine Ölspur wurde durch einen technischen Defekt verursacht.
- Eine Tür muss geöffnet werden, obwohl keine akute Gefahr besteht.
- Ein Keller steht unter Wasser und muss ausgepumpt werden.
- Ein Einsatz wurde vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht.
Für solche Fälle hat die Gemeinde Sigmaringendorf eine Kostensatzung (basierend auf dem Erlass des Regierungspräsidiums Tübingen) erlassen, in der die entsprechenden Regelungen festgelegt sind.
Wann und wie wird die Feuerwehr Alarmiert?
Die Feuerwehr wird immer dann alarmiert, wenn Menschen, Tiere, Sachwerte oder die Umwelt durch Brände, Unfälle, Unwetter oder andere Gefahrenlagen bedroht sind. Zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben gehören insbesondere die Brandbekämpfung, die technische Hilfeleistung sowie die Rettung von Menschen und Tieren aus lebensbedrohlichen Situationen.
Die Alarmierung erfolgt über die Integrierte Leitstelle (ILS) Bodensee-Oberschwaben. Dort gehen Notrufe über die europaweite Notrufnummer 112 ein. Die Disponentinnen und Disponenten bewerten die Lage anhand festgelegter Einsatzstichworte und alarmieren die benötigten Einsatzkräfte nach der Alarm- und Ausrückeordnung. Dadurch wird sichergestellt, dass jederzeit die passenden Fahrzeuge und Einsatzkräfte zur Einsatzstelle entsendet werden.
Wie läuft ein Einsatz ab?
1. Alarmierung
Nach Eingang eines Notrufes alarmiert die Leitstelle die zuständige Feuerwehr über digitale Meldeempfänger sowie weitere Alarmierungssysteme. Die Einsatzkräfte erhalten dabei erste Informationen über Einsatzort und Einsatzart.
2. Anfahrt zum Feuerwehrhaus
Da die Feuerwehr in Sigmaringendorf ehrenamtlich organisiert ist, begeben sich die Einsatzkräfte zunächst von ihrem aktuellen Aufenthaltsort zum Feuerwehrhaus.
Bereits ab dem Zeitpunkt der Alarmierung dürfen Feuerwehrangehörige unter bestimmten Voraussetzungen Sonderrechte nach § 35 StVO in Anspruch nehmen. Dennoch steht die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer stets an erster Stelle. Verkehrsregeln dürfen nur dann eingeschränkt werden, wenn niemand gefährdet wird.
Viele Feuerwehrangehörige nutzen auf dem Weg zum Feuerwehrhaus einen sogenannten „Dachaufsetzer“ oder andere Kennzeichnungen. Diese weisen andere Verkehrsteilnehmer auf die Alarmfahrt hin, verleihen jedoch keine zusätzlichen Rechte im Straßenverkehr. Rücksichtnahme und gegenseitiges Verständnis helfen dabei, dass die Einsatzkräfte schnell und sicher zum Feuerwehrhaus gelangen.
3. Ausrücken zur Einsatzstelle
Im Feuerwehrhaus rüsten sich die Einsatzkräfte mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung aus und besetzen die Einsatzfahrzeuge.
4. Einsatz vor Ort
An der Einsatzstelle verschafft sich die Einsatzleitung zunächst einen Überblick über die Lage. Anschließend werden die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, beispielsweise Brandbekämpfung, Menschenrettung, technische Hilfeleistung oder Umweltschutzmaßnahmen. Je nach Lage arbeiten Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und weitere Organisationen eng zusammen.
5. Einsatzende und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft
Nach Abschluss der Maßnahmen werden Fahrzeuge, Geräte und verwendete Ausrüstung gereinigt, geprüft und wieder einsatzbereit gemacht. Erst wenn alle Fahrzeuge vollständig ausgerüstet und betankt sind, gilt der Einsatz als abgeschlossen und die Feuerwehr ist wieder vollständig einsatzbereit.
Warum benötigt die Feuerwehr so viel „neue“ Technik (Feuerwehrhaus, Fahrzeuge, etc..)?
Die Anforderungen an die Feuerwehr haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Neben der klassischen Brandbekämpfung gehören heute technische Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen, Unwettereinsätze, Gefahrgutlagen, Umwelt- und Katastrophenschutzeinsätze sowie viele weitere Aufgaben zum Einsatzalltag.
Gleichzeitig weist die Gemeinde Sigmaringendorf ein vielfältiges Gefahrenpotenzial auf, das eine leistungsfähige und moderne Feuerwehr erfordert. Dazu zählen die beiden durch das Gemeindegebiet verlaufenden Bahnstrecken der Deutschen Bahn und der SWEG, die Bundesstraße B32, mehrere größere Industrie- und Gewerbebetriebe mit teils umfangreichem Umgang mit verschiedenen Chemikalien sowie die beiden Flüsse Donau und Lauchert. Hinzu kommen große landwirtschaftlich genutzte Flächen, Waldgebiete und zunehmend häufigere Unwetter- und Extremwetterereignisse, die die Feuerwehr regelmäßig vor neue Herausforderungen stellen.
Auch die Wasserversorgung stellt in einzelnen Bereichen besondere Anforderungen. So können in bestimmten Industrie- und Wohngebieten sowie bei abgelegenen oder höher gelegenen Aussiedlerhöfen längere Wegstrecken zur Löschwasserversorgung erforderlich werden, was eine entsprechende Einsatzplanung und Ausrüstung voraussetzt.
Um diesen vielfältigen Aufgaben auch künftig gerecht zu werden, wurde das Feuerwehrhaus umfassend modernisiert und erweitert. Dabei entstanden zeitgemäße Umkleide-, Lager-, Schulungs- und Funktionsräume sowie verbesserte Unterbringungsmöglichkeiten für Fahrzeuge. Für die Zukunft wurde ein Bedarfsplan erstellt, der die Grundlage für Zukünftige Investitionen bildet (Fahrzeuge, Austattung, Ausbildung,…)
Wie wird man Mitglied im Ehrenamt?
Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr kann grundsätzlich jeder werden, der Interesse an Teamarbeit, Technik und dem Helfen anderer Menschen hat.
Der Einstieg erfolgt über die Grundausbildung, in der die wichtigsten Kenntnisse für den Feuerwehrdienst vermittelt werden. Anschließend nehmen die neuen Feuerwehrangehörigen regelmäßig an Übungen und Einsätzen teil und können sich durch weitere Lehrgänge spezialisieren.
Auch Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, sich frühzeitig in der Jugendfeuerwehr zu engagieren und die Feuerwehr kennenzulernen.
Bei Interesse melden Sie sich gerne bei:
Was tun bei Katastrophen (Starkregenereignisse, Stromausfall,…)
Bei größeren Schadenslagen wie Hochwasser, schweren Unwettern, langanhaltenden Stromausfällen oder anderen Katastrophen ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Die Gemeinde und die Feuerwehr können in solchen Fällen an festgelegten Standorten Notfalltreffpunkte einrichten. Diese dienen als Anlaufstellen für die Bevölkerung, wenn Kommunikationswege ausfallen oder wichtige Informationen und Unterstützung benötigt werden.
Um frühzeitig gewarnt zu werden, empfehlen wir die Installation der Warn-Apps NINA und DWD WarnWetter. Aktuelle Informationen erhalten Sie außerdem über die offiziellen Kanäle der Gemeinde sowie die Social-Media-Kanäle der Feuerwehr.
Befolgen Sie im Ereignisfall die Anweisungen der Behörden, halten Sie Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge frei und wählen Sie den Notruf 112 ausschließlich in Notfällen. Sinnvoll ist es zudem, einen kleinen Vorrat an Trinkwasser, Lebensmitteln, Medikamenten, Taschenlampen und Batterien bereitzuhalten, um auch bei Versorgungsunterbrechungen handlungsfähig zu bleiben.
Wichtiger Hinweis
Bei Großschadenslagen können innerhalb kürzester Zeit hunderte Hilfeersuchen gleichzeitig eingehen. Feuerwehr, Rettungsdienst und weitere Behörden müssen die Lage zunächst erfassen und Einsätze nach Dringlichkeit priorisieren. Menschenrettung und die Abwehr akuter Gefahren haben dabei stets Vorrang vor Sachschäden.
So kann es beispielsweise bei einem großflächigen Hochwasser notwendig sein, zunächst eingeschlossene Personen zu retten oder kritische Infrastruktur zu sichern, bevor überflutete Keller ausgepumpt werden können. Dadurch kann es trotz des schnellen Eingreifens der Einsatzkräfte zu Wartezeiten kommen.
Eine gut vorbereitete Bevölkerung hilft dabei, solche Ausnahmesituationen gemeinsam zu bewältigen. Mit Vorbereitung, Geduld und gegenseitiger Unterstützung leisten alle einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit unserer Gemeinde.
Wie verhalte ich mich, wenn sich ein Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn nähert?
Fahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn sind auf dem Weg zu einem Notfall. Um schnell Hilfe leisten zu können, haben sie Wegerechte. Jeder Verkehrsteilnehmer ist verpflichtet, sofort freie Bahn zu schaffen.
Das sollten Sie beachten:
- Bewahren Sie Ruhe und vermeiden Sie hektische Fahrmanöver.
- Schaffen Sie Platz, indem Sie möglichst weit rechts fahren.
- Nutzen Sie geeignete Ausweichmöglichkeiten wie Parkbuchten oder Einfahrten.
- Bilden Sie auf mehrspurigen Straßen frühzeitig eine Rettungsgasse.
- Achten Sie auf weitere Einsatzfahrzeuge, die dem ersten Fahrzeug folgen könnten.
An roten Ampeln:
Fahren Sie vorsichtig über die Haltelinie oder in den Kreuzungsbereich ein, wenn dies erforderlich ist, um Platz zu schaffen und andere Verkehrsteilnehmer dadurch nicht gefährdet werden. Ein Einsatzfahrzeug darf nicht durch die Ampelregelung aufgehalten werden.
Wichtig:
Bremsen Sie nicht plötzlich oder unüberlegt. Eine vorausschauende und ruhige Reaktion hilft den Einsatzkräften oft mehr als ein hektisches Ausweichmanöver.
Wie verhalte ich mich an einer Einsatzstelle der Feuerwehr?
Einsatzstellen sind oft unübersichtlich und können Gefahren für Beteiligte und Schaulustige bergen. Helfen Sie den Einsatzkräften, indem Sie ausreichend Abstand halten und deren Arbeit nicht behindern.
Bitte beachten Sie:
- Halten Sie genügend Abstand zur Einsatzstelle.
- Befolgen Sie die Anweisungen von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst.
- Fahren Sie langsam und aufmerksam an der Einsatzstelle vorbei oder Umfahren Sie diesen Ort weiträumig.
- Blockieren Sie keine Zufahrtswege für weitere Einsatzkräfte.
- Verzichten Sie auf Fotos oder Videos von Betroffenen und Einsatzkräften.
- Behindern Sie keine Schläuche, Kabel oder andere Einsatzmittel.
Wenn Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht auf der Straße stehen:
Die Fahrzeuge dienen häufig der Absicherung der Einsatzstelle. Auch wenn auf den ersten Blick keine Gefahr erkennbar ist, können sich Einsatzkräfte auf der Fahrbahn befinden oder weitere Gefahren bestehen.
Denken Sie daran:
Jede Behinderung der Einsatzkräfte kostet wertvolle Zeit. Mit rücksichtsvollem Verhalten tragen Sie dazu bei, dass Menschen schnell und sicher geholfen werden kann.
