Geschichte

Auf Initiative des sehr um das Gemeindewohl bemühten Bürgers Konrad Ruff ist im Jahre

1867 die heutige "Freiwillige Feuerwehr Sigmaringendorf" gegründet worden. Ruff war sicher ihr
erster Vorstand und Hauptmann. Die wenigen (3) Mitglieder ließen sich bei der Sigmaringer Wehr,
die seit 1860 bestand, ausbilden. Im Jahr

 

1870 musste der Brand an
Gasthaus "Krone" (Besitzer Benedikt Boos)
in der Laucherthaler Straße bekämpft werden.

1873 wurde das Modellhaus im Hüttenwerk
Laucherthal ein Opfer der Flammen.

1875 beschaffte man eine Feuerspritze mit
Saugwerk für Laucherthal. Im April

 

1876 verlangte ein Großbrand, der die damalige Spinnerei Stölker (heute Firma Schaal - Metallveredelung)
in Asche legte, den Einsatz unserer Wehr.

1877 brannte die Scherer´sche Ziegelei (heute Eugen Remensperger, Brandweg) völlig nieder.
Dabei kamen die beiden Zieglerjungen Maier und Reutter aus Heudorf ums Leben.

 

1893 nahmen an der Bekämpfung, neben Sigmaringen, viele Wehren aus der Umgebung, so auch die
unsere in ihrer Gesamtstärke teil.

1895 wurde der Landwirt Venust Boos Feuerwehrhauptmann und im Jahr

1896 der Zimmermeister Anton Rebholz. Unter dessen Führung sind in

1901 eine Anzahl Geräte und eine fahrbare mechanische Feuerleiter beschafft worden. Am 4. April

1904 gründeten in Sigmaringedorf 14 Wehren den "Bezirksfeuerwehr - Verband".

 

1907 ein Großbrand in der Ortsmitte. Erst stand das Haus des Metzgereimeisters Josef Rebholz
(heute Metzgerei E. Götz) in hellen Flammen. Dann griff das Feuer auf das benachbarte Haus des
Sattlermeisters Eduard Stecher (heute Raumausstattung Hahn, Oberdorf) über und als die völlig
erschöpften Wehrmänner nach Hause wollten, brach, vermutl. durch Funkenflug, im Anwesen des
Gasthauses "Hirsch" ebenfalls Feuer aus und vernichtete Haus und Hof.

Einem lang gehegten Wunsch zufolge wurde die heutige Feuerwehrfahne angeschafft, die in Biberach
von der Kunststickerei Neff hergestellt worden war, und in

1908 fand dann die Fahnenweihe statt. Zum Fest bei schönstem Wetter waren 24 auswärtige Wehren
gekommen. Am 6. März

1909 ist das Haus des Karl Hoffmann, Hauptstraße, bei der Kirche, eingeäschert worden. Es war
damals so kalt, dass an den Hydranten Feuer gemacht werden musste.

Im Sommer brannte das Gasthaus "Linde" im Bruckösch nieder, und im November wurde unsere Wehr
zu einem Großbrand nach Scheer gerufen. Dabei sind 5 Wohnhäuser und 2 Scheunen zerstört worden.
In den unglücklichen Kriegsjahren

1914 - 1918 ist die Mannschaft stark reduziert worden. Es mussten Veteranen herangezogen
werden. Von den Wehrmännern sind in Frankreichgefallen der Maurer Josef Rebholz und der Steinmetz
Josef Brielmann.

1919 wählte man den Zimmermeister Johann Springer zum Feuerwehrhauptmann und zu seinem
Adjutanten den Zimmermeister Franz Sales Speh.

 

1926 fiel die Gründung eines sog. Veteranen - Abteilung. Neben dem schweren und freiwilligen
Dienst am Nächsten sind Kameradschaft und auch Geselligkeit gepflegt worden. So berichtet das
Protokoll u.a., dass der Hornist Aproniam Rebholz wider zum Vergnügungsdirektor bestellt worden
sei, später auch Hornist Alfons Ruff.

1929 anl. des 25jährigen Bestehens des Kreisfeuerwehrverbandes das Kreisfeuerwehrfest statt.
Die Feuertaufe bestand unser Motorlöschzug beim Riesigen Sägewerksbrand der Firma Ettlinger & Co.

1932 in Krauchenwies. Im Nov. ist er zum Brand in der Papierfabrik Krämer nach Scheer gerufen worden.

Großeinsätze waren geboten beim Brand des Gasthauses und Ökonomiegebäudes "Löwen"
(heute Altenpflegeheim)

1935 und am Anwesen des Straßenwarts Anton Willhelm, Spitz (heute Baumgartenweg).

1936 übernimmt Löschmeister Anton Schmid die Wehrführung

1937 fallen die beiden Hofstellen des Andreas Fischer (Heute Hans - Jürgen Klotz, Sturren) und des
Josef Fischer (heute Georg Lösch, Krauchenwieserstraße) den Flammen zum Opfer. Beim Schlossbrand
in Krauchenwies musste unser Motorzug Hilfe liebsten.

 

1939 löste die Hitler - Regierung das bisherige
Organisationsschema auf und unterstellte die
Feuerwehren der staatl. Polizei als "Hilfspolizeitruppe".

   

1940 beschaffte sich die Gemeinde ein Motorlöschfahrzeug LF 8 in grüner Polizeifarbe. Luftschutzräume
sind eingerichtet worden, und es erfolgten Unterweisungen über Schutzmaßnahmen gegen Gas- und
Kampfstoffe im Luftkrieg. Glücklicherweise kam es während des schrecklichen Krieges hier zu keinen
größeren Schäden. Leider sind die Feuerwehrkameraden Willi Gobs, Josef List, Georg Möhrle, Friedrich
Müller und Josef Rebholz gefallen. Ein Teil der Gerätschaften und das Löschfahrzeug sind beim Umsturz im
Jahr

1945 in Verlust geraten.

Die franz. Militär-Regierung ließ

1946 den Wideraufbau der Feuerwehren zu. Einem Aufruf des Bürgermeisters Wilhelm Siebenrock folgten
die meisten heimgekehrten früheren Aktiven und auch viele junge Männer, insges. 52, deren Führung der
ebenfalls heimgekehrte frühere Kassenwart Herrmann Hahn übernommen hat. Für ihn begann nun die schwere
Aufbauarbeit, die im Blick auf fehlende Ausrüstung, Ausbildungsrückstand und die Bürokratie der
Besatzungsmacht nur mit großem Idealismus zu bewältigen war. Stellvertreter war s. Zt. Philipp Degler.

Ein ausgedehnter Waldbrand, der auf Jungkulturen übergegriffen hatte, musste am 22. Mai 1946 bekämpft
werden. Franz. Millitärfahrzeuge brachten die Wehr zum Brandplatz. Nach Niederkämpfung der Flammen
musste noch für 2 Tage Brandwache gehalten werden. Wegen der verhängten Ausgangssperre benötigten
die Wachleute besondere Ausweise der Franz. Millitärbehörde.

 

Löschfahrzeug LF8 und Kommandant Herrmann Hahn zeigte in einer groß angelegten Schauübung die
Leistungsfähigkeit der Wehren von hier und Laucherthal, besonders im Bereich des Rettungswesens. Bei
einem nächtlichen Brand im Oktober

1959 in der Maschinenfabrik Eisele & Söhne in Laiz, der bereits von den Wehren Sigmaringen und Laiz
bekämpft wurde, musste unsere Mannschaft zusätzlich Hilfe leisten, um die Vernichtung weiterer wertvoller
Anlagen zu verhindern

1961 wurde der Wehrführer Hahn zum Kreisbrandmeister ernannt und nach seiner 15jähriger erfolgreicher
Tätigkeit an der Spitze unserer Wehr zu deren Ehrenkommandant.

Zum nachfolger ist dann Oberbrandmeister Karl Beiter gewählt worden.

1965 verstarb der weithin bekannte Kreisbrandmeister i.R. Hugo Hoffmann. Er war aus unserer Wehr
hervorgegangen und konnte auf eine 50jährige Tätigkeit im Feuerlöschwesen zurückblicken. Ausbildung und
Ausrüstung, der Modernisierung und Motorisierung gegolten. Für seine Verdienste ist er vielfach ausgezeichnet
worden. Ein nächtlicher Brand in der Lackiererei und Einbrennerei des Malermeisters Klemens Bisinger konnte
nach 2 Stunden gelöscht werden.

1966 übergab Karl Beiter das Amt des Kommandanten an seinen bisherigen Stellvertreter Gustav Stumpp.

1967 feierte die Wehr ihr 100jähriges Bestehen mit Festbankett, Schauübung und Umzug.

 

1971 Wird Josef Wälder zum
Fererwehrkommandanten gewählt
und Fidelis Stecher zum Stellvertreter.

1974 konnte der Ehrenkommandant
Anton Schmid auf eine 60jährige aktive
Mitgliedschaft zurückblicken. Er war
nämlich bis ins hohe Alter als Gerätewart
tätig gewesen.

1975 bekam die Wehr ein neues
Löschfahrzeug mit Bachert-Aufbau.

1978 wurde zur Brandbekämpfung in
die Waldbühne gerufen. Dort war der
Umkleideraum durch Brandstiftung in
Flammen aufgegangen. Das große
Jahrhunderthochwasser hatte anfangs

   

1980 viele Häuser ins Wasser gesetzt. Die Talaue war völlig überschwemmt. Dies erforderte den Einsatz der
Wehr an allen Ecken und Enden über Tage hinweg.

Am 19. September geriet ein riesiger Berg aufgestapelter Autowracks bei der Schrottfirma Weck infolge von
Schweißarbeiten in Brand. Um der Lage Herr zu werden, mussten die Wehren von Sigmaringen und Laucherthal
zu Hilfe kommen.

1981 ist Fidelis Stecher die Wehrführung übertragen worden. Sein Stellvertreter wurde Hubert Kernler. Es
erfolgte die Ausrüstung mit Sprechfunkgeräten und Funk-, Meldeempfängern. Ein besonderer Tag war der
28. März

1982 an dem Bürgermeister Alois Henne das neue Feuerwehrgerätehaus seiner Bestimmung übergeben
hat. Nach Festakt und der kirchlichen Weihe durch Pfr. Johannes Bold konnte die Bevölkerung und die vielen
Gäste auswärtiger Wehren das großzügig eingerichtete Gebäude mit Komandozentrale, Fahrzeughalle,
Geräte-. Werlstatt-, und Schulugsräumen, dem festlichen
Gemeindesaal und die gesamte Ausrüstung der Wehr besichtigen.

1986 übergab Bürgermeister Alois Henne der Mannschaft ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF, das von
Dekan Erich Andris eingeweiht worden war. Am 1. Juli

1987 musste ein durch Blitzschlag ausgelöster Dachstuhlbrand am Gebäude der Raumausstattung Hahn,
Oberdorf bekämpft werden. Großalarm löste am 16. Februar

 

Stellvertreter Richard Speh. Die Schlussansprache bei der offiziellen Einsetzung beendete Bürgermeister
Alois Henne mit den Worten :"Also gehen wir den gemeinsamen Weg mit Hahn und Henne"!

 

Neben den genannten Aktivitäten ist die Feuerwehr in unzähligen Fällen gefordert worden, so bei der
Brandbekämpfung in Wohnungen, Gebäuden, gewerblichen Bauten, Betriebs- und Lagerstätten, an technischen
Einrichtungen, maschinellen Anlagen, beweglichen Wirtschaftsgütern, bei Bahnhalden-, Grasflächen- und Waldbränden.

Oft war aber auch technische Hilfe vonnöten bei Unfällen (besond. im Straßenverkehr), Wassereinbruch, Windwurf,
Ausfall der Trinkwasserversorgung, Schäden durch Mineralöl und Petrolchemie. Viele Einsatzstunden verlangte
außerdem der Sicherheits-, Absperr- und Bereitschaftsdienst, die Personensuche und Bergungsaktionen.

Zur Selbstverständlichkeit gehörte, dass die Mannschaft oder eine Abordnung bei allen möglichen Anlässen vertreten
war und das Kameradschaft gepflegt wurde zur Förderung des Zusammenhaltes. Gemeinsame und schöne Stunden
erlebte man bei geselligen Veranstaltungen, Ausflügen und Wanderungen.

Die ständige Einsatzbereitschaft aber verlange und verlangt, heute in zunehmendem Maße, Übungen und Proben,
ständige Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten sowie die laufende Aus- und Weiterbildung der Wehrmänner. Seit
wir über entsprechende Schulungsräume verfügen, werden hier Grundausbildungslehrgänge abgehalten für die Wehren
Bingen, Scheer, Sigmaringendorf und die Werkfeuerwehr der Firmen FHH Laucherthal und Steinbeis Scheer.

 
 

Viel ist getan worden in den letzten 125 Jahren zum Schutze der Bürger und ihrer Habe, oft unter schwierigen
Verhältnissen. Dies ist Anlass genug am 13. und 14. Juni

1992 das Gründungsjubiläum in festlichem Rahmen zu begehen. Hierbei sollen auch ehemalige
Brandschutzmittel und -geräte gezeigt werden aber auch der heutige Leistungsstand.

Mit dem modernen, neuen Feuerwehrgerätehaus, der großzügigen Einrichtung und Ausstattung der Wehr durch
die Gemeinde, sind Voraussetzungen geschaffen, die gepaart mit Opfersinn, Einsatzwillen, selbstloser
Zusammenarbeit und Führungsqualität die Schlagkraft unserer Wehr ausmachen. Mit Stolz können wir sagen,
dass diese schon oft bewiesen wurde, gemäß dem Wahlspruch:

 
"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr"